Nacht der Jugendkultur

Dass das Jahr 2010 für das Ruhrgebiet ein ganz besonderes ist, sollte ja mittlerweile jeder mitbekommen haben, Europas Kulturhauptstadt ist man ja nicht alle Tage. Dass sich darunter aber auch endlich einmal ein großer Tag speziell für die Jugend versteckt, ist dann doch was Besonderes. Zwar ist es nicht so, dass die Jugend kulturlos ist, ganz im Gegenteil !, aber dass ihr so große Aufmerksamkeit zugesprochen wurde, war eine große Sache und auch eine große Herausforderung.

Am Samstag, den 3. Juli hieß das für das Wichernhaus nicht nur das Public Viewing Viertelfinale zu stemmen sondern auch sich zu rüsten für diese große Nacht der Jugendkultur, die ab 19.00 Uhr in Kirche, Haus und Hof startete. Als  eine Veranstaltung der Ruhr 2010 im ganzen Ruhrgebiet bot das Wichernhaus dabei die Plattform für die Jugendkultur der Evangelischen Jugend Essen.

Gemeinsam mit dem Apostel-Jugendhaus in Frohnhausen bewarben wir eine spektakuläre Veranstaltung mit dem Titel „Light & Sound“.

Frohnhausen wählte den Schwerpunkt „Sound“ und begeisterte sein Publikum mit einem Trommelworkshop, Livebands und Tanz.

So stand auf den (Kultur-)Fahnen des Wichernhauses das „Light“ geschrieben. Von der ersten Planung an war es unser Ziel, ein Licht in der Nacht zu sein, im übertragenen wie auch im realen Sinne. Im Mittelpunkt dessen stand der Kirchturm der Lukaskirche spektakulär mehrfarbig beleuchtet und weit über die Grenzen unseres Stadtviertels  sichtbar wie ein Leuchtturm. Dazu hatte es Wochen zuvor einen extra Lichtworkshop mit professioneller Unterstützung gegeben. Doch noch mehr Licht gab es zu bestaunen. Das sogenannte Lasertagging ermöglichte es, mit einem Laserpointer die Kirchwand in leuchtenden Farben selbst zu bemalen und zu beschriften. In der Mitte unseres Innenhofes entstand ein Kunstwerk gemeinsam mit unseren Besuchern, das ein echter Blickfang war: ein selbstgebauter Eisenturm wurde mit bunten Ledlampen, die mit einem Magnet verbunden waren – sogenannte Led-Throwies-, beworfen. Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter stellte uns sein selbstentwickeltes interaktives Computerspiel namens „Boing“ zur Verfügung, das viele begeisterte.

Trotz größter Wetterwidrigkeiten mit Sturm und Gewitter, die uns im Laufe das Tages vor viel Arbeit und Sorgen stellten, gab es für die zahlreichen Gäste noch eine Menge mehr zu bestaunen oder mitzumachen:

Es gab eine Lesung des Buches „was ich dir aus meiner Welt erzählen möchte“, ein Buch voll mit Geschichten von Jugendlichen aus dem Ruhrgebiet. Bands wie Roshan, Stadtlichter und Christoph Görgesboten musikalisches Programm, es gab eine Licht-Tanzaufführung von Tänzerinnen, die in weiße Anzüge gehüllt und mit vielen bunten Knicklichtern behangen aller Augen verzückten. Im Kirchraum durften junge Künstler ihre Werke ausstellen. Unser Garten war ganz von den Pfadfindern unserer Gemeinde in Beschlag genommen worden. Eine gemütliche Jurte mit Lagerfeuer lud zum verweilen und Stockbrot naschen ein. Rasant dagegen war ihre Feuerspuck-Show, die zu später Stunde noch mal alle Besucher in Atem hielt.

 Für alle Aktiven war es ein sehr aufreibender und langer, aber auch erfolgreicher Tag. Unsere vielen und staunenden und neugierigen und begeisterten Besucher waren der Lohn für viel Schweiß und Arbeit. Wir hoffen, dass wir bestätigen konnten, dass die Jugendkultur eine solche Nacht im Kulturhauptstadtjahr wirklich verdient hat!