Rückbegegnung zur Israelreise des Wichernhauses 2010

Kurz zur Erinnerung: Im Jahr 2009 nahmen 12 Personen des Wichernhauses an einem Landeswettbewerb teil und gewann mit einem Radiobeitrag den 1. Preis: Eine Jugendbegegnungsreise nach Israel. Gemeinsam mit zwei weiteren Gewinnergruppen reisten wir in durch dieses wunderschöne Land, geleitet durch das Land NRW und die Peter-Maffay-Stiftung. Neben unglaublich vielen und eindrucksvollen Augenblicken zählte vor allem die Begegnung mit den israelischen und palästinensischen Jugendlichen in einem Kibbuz zu den Höhepunkten der Woche.

Auch nach unserer Rückkehr ins kalte Deutschland blieb der Kontakt untereinander über Monate bestehen. Aufgrund dieser geglückten Begegnungsform ließ sich das Land NRW gerne überzeugen, auch eine Rückbegegnung in Deutschland finanziell zu ermöglichen. Seit einem halben Jahr planten nun die Jugendlichen in ihren Jugendhäusern den Ablauf der Woche. Schnell kristallisierte sich der Wunsch heraus, nicht nur Deutschland zeigen zu wollen sondern gerade einen Teil der eigenen Lebenswirklichkeit präsentieren zu wollen: die eigene Stadt und das eigene Jugendhaus, in dem man seine Freizeit mit ehrenamtlicher Tätigkeit verbringt. Es war der Wunsch der Jugendlichen, Ehrenamt und Jugendarbeit aus eigener Erfahrung und Begeisterung heraus zu präsentieren. Der andere rote Faden, der sich durch die gerade zu Ende gegangene Rückbegegnung gezogen hat, hat eher politische und historische Ursprünge: Grenzen. Eine Mauer ist ein wichtiger Aspekt der deutsch-deutschen Geschichte und etwas, das im Nahen Osten je nach Sichtweise einerseits als Schutzzaun andererseits ebenfalls als Mauer betitelt wird und noch immer Israel und die palästinensischen Gebiete voneinander rennt.

In diesem Sinne begann die Rückbegegnung am 18.7. am Berliner Flughafen Tegel. Die ganze Nacht hindurch waren die deutschen Teilnehmer aus Essen, Lüdinghausen und dem Sauerland mit dem Bus in die Hauptstadt gefahren worden, um dort die Gäste in Empfang zu nehmen, soeben gelandet aus Tel Aviv. Die Begrüßung schließlich, dieses allererste Wiedersehen, war dann doch verhalten, voll gespannter Erwartung und begleitet von Übermüdungserscheinungen auf allen Seiten. Sowohl die Begleiter der Peter Maffay Stiftung als auch unser Reiseleiter aus Israel, Dr. Shmulik Lahar, komplettierten die knapp 40köpfige Gruppe, die in Berlin Kreuzberg ins Jugendhotel einzog. Die nächsten beiden Tage waren angefüllt mit einer Mischung aus Sight seeing, gemeinsamen workshop Einheiten und den ersten zaghaften Versuchen sich neu kennen zu lernen, in englischer Sprache versteht sich. Mit Erfolg, das sei an dieser Stelle schon mal vorweg geschickt.

Am Mittwoch, dem letzten Tag in Berlin, stand ein Besuch des Brandenburger Tors auf dem Plan, genauso wie ein Besuch des Bundestages und ein persönliches Treffen mit dem Bundestagspräsidenten Norbert Lammert. Es begann eine lange Heimfahrt nach Hause ins Ruhrgebiet. Die Israelis und Palästinenser bezogen eine Jugendherberge in Bochum und die deutschen Gruppen durften eine kurze Nacht im eigenen Bett verbringen. Am nächsten Morgen wartete doch schon wieder der nächste Treffpunkt mit einem neuen Ziel: Düsseldorf. Im Landtag warteten eine Menge spannender Diskussionen mit Armin Laschet, Hannelore Kraft, Jürgen Rüttgers und Herr Professor Schäfer. Danach wurde die Düsseldorfer Altstadt besichtigt und am Abend gemeinsam gebowlt und gegessen.

Ab Freitagmittag nach der Vergabe der Zeugnisse an die deutschen Jugendlichen in ihren Schulen, begann für die Wichernhaus-Jugendlichen besonders spannende Stunden. Ab dem Nachmittag hießen wir die gesamte Gruppe in unserem Haus willkommen. Vorgestellt wurden die Möglichkeiten und Angebote unserer Einrichtung von den Ehrenamtlichen. Die Jugendlichen hatten Zeit, eine Runde Billard zu spielen, Basketball zu spielen, einfach nur Zeit zum quatschen zu haben und sich umzusehen. Dann luden wir alle ein, an einer Malaktion teilzunehmen und es wurde ein voller Erfolg (Foto)

Anschließend wurde gemeinsam gegessen, denn Mohamad Dia, den viele von ihnen von unserem Falafelstand am Gemeindefest kennen und der schon mehrfach für uns auf Freizeiten gekocht hat, grillte, rührte und kochte für uns alle ein köstliches arabisches Essen. Anschließend wurde in unserer Disco gefeiert und getanzt, bis wir sehr müde aber sehr zufrieden erneut bis zum nächsten Tag von unseren Freunden Abschied nehmen mussten. Denn am Samstag lud das Jugendhaus in Lüdinghausen zur Besichtigung. Zunächst hatten die Jugendlichen eine tolle Stadtführung durch das beschauliche Örtchen vorbereitet. Wir alle waren begeistert von der liebevollen und detailgetreuen Führung durch ihre Heimat. Nach einer kleinen Stärkung wartete im nahen Wald ein erlebnispädagogisches Projekt auf uns. In kleinen trilateralen Teams konnte hier geklettert, balanciert und gegenseitiges Vertrauen geübt werden. Zurück im Gemeindehaus begann das gemeinsame Kochen. Gemeinsam wurden deutsche, israelische und palästinensische Gerichte zubereitet und anschließend verspeist. Spät am Abend trat eine müde Essener Gruppe die Heimreise an, jedoch nur, um am nächsten Morgen pünktlich wieder um 9.30 Uhr am Wichernhaus zu stehen und in einen Bus zu steigen der zunächst nach Bochum, dann nach Lüdinghausen und dann schließlich zum Tagesziel steuerte: Moviepark Bottrop.